Was ist Schatten IT?

Schatten-IT, auch bekannt als „Shadow IT“, bezeichnet die Nutzung von IT-Tools, Anwendungen, Geräten oder Diensten durch Mitarbeitende innerhalb eines Unternehmens. Die IT-Abteilung oder die zuständigen Verantwortlichen sind darüber nicht informiert oder in die Kontrolle eingebunden. Dieser Begriff gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die digitale Transformation und die rasante Entwicklung neuer Technologien haben dazu geführt, dass Mitarbeitende immer eigenständiger und flexibler agieren wollen.

Doch während Schatten-IT oft als Zeichen für Innovationsfreude und Flexibilität gesehen wird, birgt sie gleichzeitig erhebliche Risiken. Sie stellt auch Herausforderungen für Unternehmen dar.

Was ist Schatten IT? | MKP | Marketing & Web-Betreuung
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Um den Begriff umfassend zu verstehen, ist es wichtig, die Hintergründe und Ursachen für die Entstehung von Schatten-IT zu betrachten. Mitarbeitende greifen häufig auf nicht genehmigte Anwendungen und Geräte zurück. Der Grund ist, dass die offiziellen IT-Lösungen im Unternehmen nicht ausreichend sind. Oft entsprechen sie nicht den Anforderungen. Beispielsweise kann es sein, dass eine Abteilung spezielle Software benötigt. Diese wird innerhalb der offiziellen IT-Infrastruktur nicht bereitgestellt. Zudem nutzen Mitarbeitende externe Cloud-Dienste, um schnell und unkompliziert auf Daten zuzugreifen oder diese zu teilen. Ebenso sind persönliche Geräte wie Smartphones oder Laptops im Einsatz, um Arbeitsaufgaben zu erledigen, obwohl dies gegen die Unternehmensrichtlinien verstößt.

Die Ursachen

Die Ursachen für Schatten-IT sind vielfältig. Einerseits verleitet die mangelnde Flexibilität bei der offiziellen IT die Mitarbeitenden dazu, eigene Lösungen zu suchen. Auch die langen Genehmigungsprozesse tragen dazu bei. Wenn die IT-Abteilung zu bürokratisch oder langsam agiert, entsteht der Eindruck, dass die offiziellen Werkzeuge nicht ausreichen oder unpraktisch sind. Andererseits spielen auch technologische Entwicklungen eine Rolle. Moderne Cloud-Dienste, Social Media und Collaboration-Tools sind leicht zugänglich. Sie bieten oftmals bessere oder einfachere Funktionen als die offiziellen Alternativen. Die Verfügbarkeit dieser Dienste führt dazu, dass Mitarbeitende sie intuitiv nutzen, ohne die Genehmigung der IT-Abteilung einzuholen.

Risiken

Die Risiken von Schatten-IT sind erheblich und betreffen sowohl die Sicherheit als auch die Compliance und das Datenmanagement. Da nicht alle Schatten-IT-Anwendungen den Sicherheitsstandards des Unternehmens entsprechen, besteht die Gefahr von Datenverlust, Datenschutzverletzungen oder Cyberangriffen. Unkontrollierte Anwendungen können Schwachstellen aufweisen, die von Angreifern ausgenutzt werden, um in die Unternehmensinfrastruktur einzudringen. Zudem gibt es die Herausforderung, den Überblick über alle verwendeten Systeme und Datenflüsse zu behalten. Dies erschwert die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Nicht genehmigte Software kann zudem zu Inkonsistenzen in der IT-Architektur führen, was die Wartung und Weiterentwicklung der Systeme erschwert.

Gleichzeitig können Schatten-IT-Lösungen jedoch auch positive Aspekte haben. Mitarbeitende, die eigenständig nach Lösungen suchen, zeigen Innovationsgeist und Engagement. Wenn Unternehmen diese Initiative fördern und in den offiziellen IT-Ansatz integrieren, können sie die Akzeptanz erhöhen und die Sicherheitsrisiken minimieren. Hierbei ist eine offene Kommunikation zwischen IT-Abteilung und Mitarbeitenden essenziell. Statt Schatten-IT zu verbieten, sollte das Unternehmen versuchen, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu verstehen und passende, sichere Alternativen anzubieten.

Richtlinien erstellen

Um dem Problem der Schatten-IT wirksam zu begegnen, setzen Unternehmen auf verschiedene Strategien. Eine wichtige Maßnahme ist die Etablierung eines transparenten IT-Managements, bei dem Mitarbeitende ihre Anforderungen offen kommunizieren können. Durch die Bereitstellung moderner, benutzerfreundlicher Tools und flexibler Zugriffsmodelle kann die Nutzung der offiziellen IT-Lösungen attraktiver gestaltet werden. Zudem ist es wichtig, klare Richtlinien zu erstellen, die den Umgang mit IT-Ressourcen regeln. Mitarbeitende sollten regelmäßig geschult werden, um das Bewusstsein für Sicherheit und Compliance zu stärken.

Management Tools

Weiterhin kann der Einsatz von Cloud-Management-Tools und Monitoring-Systemen helfen, Schatten-IT zu erkennen und zu kontrollieren. Durch automatisierte Analysen lassen sich nicht genehmigte Anwendungen identifizieren, und die IT-Abteilung kann gezielt eingreifen, um Sicherheitslücken zu schließen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen ist essenziell. So können die Bedürfnisse der Mitarbeitenden verstanden werden. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die sowohl sicher als auch praktikabel sind.

Ein weiterer Ansatz ist die Einführung von Zero-Trust-Architekturen. Dabei wird keinem Nutzer oder Gerät automatisch vertraut. Jeder Zugriff wird verifiziert. Solche Sicherheitskonzepte helfen, Risiken durch Schatten-IT zu minimieren, da sie unautorisierte Zugriffe erschweren und die Kontrolle über Datenflüsse erhöhen.

Sicherheitsstrategie

Trotz aller Maßnahmen bleibt Schatten-IT eine Herausforderung. Sie kann nur durch eine Kombination aus technischer Kontrolle, strategischer Planung und kultureller Veränderung bewältigt werden. Unternehmen sollten eine Balance finden zwischen Kontrolle und Flexibilität, um Innovation zu fördern, ohne die Sicherheit zu gefährden. Es ist wichtig, Mitarbeitende in die Sicherheitsstrategie einzubinden und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. So kann Schatten-IT nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance gesehen werden, die IT-Landschaft kontinuierlich zu verbessern.

Nur eine ausgewogene Herangehensweise ermöglicht es, eine sichere IT-Umgebung zu schaffen. Diese Umgebung ist effizient und innovativ. Sie erfüllt die Anforderungen des digitalen Zeitalters.

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